Das Wichtigste in Kürze
- Melden Sie jede nicht autorisierte Zahlung schriftlich und verlangen Sie ausdrücklich die Erstattung nach § 675u BGB.
- Setzen Sie eine kurze Frist und behalten Sie einen Nachweis über den Versand.
- Lehnt die Bank ab, widersprechen Sie mit Hinweis auf das EuGH‑Urteil C‑70/25 und fordern Sie Ihre Daten nach Art. 15 DSGVO an.
Die folgenden Vorlagen sind bewusst knapp und sachlich gehalten. Ersetzen Sie die Angaben in eckigen Klammern und streichen Sie, was auf Ihren Fall nicht zutrifft.
Musterbrief an Ihren Fall anpassen
Dieses Werkzeug ist für Zahlungen gedacht, denen Sie nicht zugestimmt haben. Wenn Sie eine konkrete Überweisung selbst beauftragt haben, schildern Sie dies wahrheitsgemäß und lassen Sie den passenden Anspruch prüfen. Die Eingaben werden nur in Ihrem Browser verarbeitet.
Ergänzen Sie weitere Zahlungen und ersetzen Sie alle Platzhalter. Eine Strafanzeige oder Sperrung wird nicht als bereits erfolgt behauptet.
Vorlage 1: Erstattung verlangen
Verwenden Sie diese Vorlage direkt nach dem Betrug, sobald Karten und Zugänge gesperrt sind.
[Ihr Name, Anschrift]
[Name der Bank, Anschrift oder Postfach im Online‑Banking]
Betreff: Nicht autorisierte Zahlungen von meinem Konto [IBAN], Erstattung nach § 675u BGB
Sehr geehrte Damen und Herren,
von meinem Konto [IBAN] wurden folgende Zahlungen ausgeführt, die ich nicht autorisiert habe:
[Datum] – [Betrag] Euro – Empfänger [Name/IBAN, soweit bekannt]
[Datum] – [Betrag] Euro – Empfänger [Name/IBAN, soweit bekannt]
Ich habe diesen Zahlungen nicht zugestimmt. [Falls bereits erfolgt: Den Vorfall habe ich Ihnen am … gemeldet und die Sperrung veranlasst.] [Falls zutreffend: Strafanzeige wurde am … erstattet, Aktenzeichen ….]
Ich fordere Sie auf, die genannten Beträge gemäß § 675u Satz 2 BGB zu erstatten und mein Konto auf den Stand zu bringen, auf dem es sich ohne die Belastungen befunden hätte. Ich verlange unverzügliche Erstattung innerhalb der gesetzlichen Frist. Bitte bestätigen Sie die Gutschrift schriftlich. Ein zusätzlich genanntes Antwortdatum verlängert die gesetzliche Erstattungspflicht nicht.
Mit freundlichen Grüßen
[Name]
Vorlage 2: Widerspruch gegen die Ablehnung
Hat die Bank die Erstattung abgelehnt, etwa mit dem Vorwurf grober Fahrlässigkeit, widersprechen Sie damit.
Betreff: Ihr Schreiben vom [Datum], Ihr Zeichen [Zeichen] – Widerspruch und erneute Aufforderung zur Erstattung
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihrer Ablehnung vom [Datum] widerspreche ich. Ich habe die Zahlungen vom [Datum] über insgesamt [Betrag] Euro nicht autorisiert. Nach § 675w BGB tragen Sie die Beweislast für eine Autorisierung; die bloße Aufzeichnung einer Authentifizierung genügt dafür nicht.
Den Vorwurf grober Fahrlässigkeit weise ich zurück. Unabhängig davon berechtigt er Sie nicht, die Erstattung zu verweigern: Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 15. Oktober 2026 (C‑70/25) ist der Zahlungsdienstleister auch dann zur unverzüglichen Erstattung verpflichtet, wenn er dem Kunden grobe Fahrlässigkeit vorwirft.
Ich fordere Sie daher erneut auf, den Betrag von [Betrag] Euro bis zum [Datum, 7 Tage] zu erstatten. Andernfalls werde ich ohne weitere Ankündigung rechtliche Schritte einleiten.
Mit freundlichen Grüßen
[Name]
Vorlage 3: Datenauskunft nach Art. 15 DSGVO
Mit der Auskunft sehen Sie, welche Daten die Bank zu Logins, Geräten und Freigaben gespeichert hat. Das hilft, die Begründung der Bank zu prüfen.
Betreff: Auskunft nach Art. 15 DSGVO zu meinem Konto [IBAN]
Sehr geehrte Damen und Herren,
bitte erteilen Sie mir Auskunft über alle zu meiner Person gespeicherten Daten und stellen Sie mir eine Kopie zur Verfügung (Art. 15 Abs. 1 und 3 DSGVO). Dazu gehören insbesondere die Protokolle zu Anmeldungen im Online‑Banking, zu registrierten oder neu gekoppelten Geräten, zu Kartendigitalisierungen in Wallets, zu Limitänderungen sowie zu Freigaben und Authentifizierungen im Zeitraum vom [Datum] bis [Datum].
Bitte übermitteln Sie die Auskunft innerhalb der gesetzlichen Frist von einem Monat.
Mit freundlichen Grüßen
[Name]
So versenden Sie richtig
- Nachweisbar: Nutzen Sie das Postfach im Online‑Banking, ein Formular mit Eingangsbestätigung oder ein Einschreiben. Speichern Sie eine Kopie.
- Vollständig: Listen Sie jede einzelne Belastung mit Datum und Betrag auf. Legen Sie die Anzeigebestätigung bei.
- Sachlich: Schildern Sie den Ablauf, aber bewerten Sie Ihr eigenes Verhalten nicht.
- Kein Verzicht: Unterschreiben Sie keine Erklärungen oder Vergleiche, die Ihnen die Bank vorlegt, bevor Sie Ihre Rechte geprüft haben.
Viele Fälle lassen sich mit diesen Schreiben klären. Reagiert die Bank nicht oder lehnt erneut ab, prüft ein Anwalt unserer Partnerkanzlei Ihren Fall kostenlos. Mehr zum weiteren Vorgehen lesen Sie im Beitrag Bank verweigert die Erstattung.
Häufige Fragen
Muss ich die Erstattung schriftlich verlangen?
Gesetzlich genügt es, die nicht autorisierte Zahlung anzuzeigen. Schriftlich ist aber dringend zu empfehlen, damit Sie Inhalt und Zeitpunkt beweisen können. Viele Banken bieten dafür ein Online‑Formular oder das Postfach im Online‑Banking an. Bewahren Sie eine Kopie auf.
Welche Frist setze ich der Bank?
Die Bank muss unverzüglich erstatten, spätestens bis zum Ende des folgenden Geschäftstags nach der Meldung. Ein zusätzliches Datum für die schriftliche Bestätigung verschiebt diese gesetzliche Pflicht nicht. Verlangen Sie ausdrücklich unverzügliche Erstattung.
Soll ich im Brief schildern, was ich falsch gemacht habe?
Schildern Sie den Ablauf sachlich, aber bewerten Sie Ihr eigenes Verhalten nicht. Formulierungen wie „ich war unvorsichtig“ kann die Bank später gegen Sie verwenden. Ob grobe Fahrlässigkeit vorliegt, ist eine Rechtsfrage.
Was mache ich, wenn die Bank trotz Musterbrief ablehnt?
Dann können Sie die kostenlose Schlichtungsstelle der Bank anrufen oder den Fall anwaltlich prüfen lassen. Bei Bankerstattung.de erhalten Sie die anwaltliche Ersteinschätzung kostenlos spätestens am nächsten Tag.
